Samstag, 13. Juli 2013

Dos mundos

In einer dunklen, fauligen Ecke angelehnt, sitzt ein abgemagerter Junge.
Neidisch auf die Menschen auf der Tanzfläche, spiele ich mit einem Cocktail-Glas in meiner Hand.
Er hat seit knapp 2 Tagen nichts als dreckiges und verfault riechendes Wasser finden können.
Ich bemerke wie der Alkohol beim nächsten Schluck meinen Hals erwärmt. Ein paar Freunde rufen mich in die Massen verschwitzter, feiernder Menschen.
Seitdem seine Eltern an Aids und Unterernährung gestorben sind, hat ihn sein Überlebensinstikt in die Stadt gebracht. 
Wir lachen und amüsieren uns während die Musik imer lauter wird und die Nacht voranschreitet. 
Trotz Hunger versucht er in dieser Nacht unter einem Wellblechdach, auf nacktem Boden erholsamen Schlaf zu finden.
Auf dem selben Boden, den ich tausende Kilometer entfernt kennenlerne, da ich nach einer halben Flasche Wodka mein Gleichgewicht verloren habe.
Die Zeitungsfetzen können seinen unterernährten Körper auch in dieser Nacht nicht wärmen.
Ich wache nach einer Alkoholvergiftung ohne Erinnerung an den letzten Abend im Krankenhaus auf.
Der Junge kann sich nicht über ein warmes, weißes Bett freuen. Er ist seit letzter Nacht nie wieder aufgewacht...

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