Sonntag, 11. Dezember 2011

Eine kleine Geschichte über Partner

Während draußen noch eisige Dunkelheit herrscht, stehen wir in diesen Tagen jeden Morgen früh auf, um uns dann in angenehm, warmbeheizten Auto zur Arbeitsstelle zu begeben. Wenn es am Nachmittag längst wieder zu Dämmern begonnen hat, fahren wir unserem hart erkämpften Feierabend entgegen, den wir ausgiebig mit Lieblingsfernsehprogrammen zelebrieren.
Viel zu viele Dinge im Leben bleiben ungeachtet und verschwinden in Bedeutungslosigkeit im Antlitz einer gigantischen Werbeindustrie, die unsere Bedürfnisse kontrolliert.
Wir haben unser Dasein in zwei Lebensphasen teilen lassen, nämlich die Zeit vor und nach der Hochzeit. In der Zeit davor bestimmt die Partnersuche - wie schnell und erfolgreich auch immer - den Mittelpunkt unseres Lebens und danach.... Ja, dass kann sich jeder nach Belieben, so romantisch wie möglich ausmalen. Tatsache ist allerdings, dass dieses Modell bei einer durchschnittlichen Ehedauer von 14 Jahren nicht besonders erfolgreich sein kann.
Warum nehmen wir dieses Modell also als so selbstverständlich hin und behaupten, dass der schönste Tag im Leben genau der, der Eheschließung zu sein hat?
Vielleicht hat es etwas mit der menschlichen Ignoranz zu tun, Dinge anders warnehmen zu wollen als sie tatsächlich sind. Wir akzeptieren ja schließlich auch wortlos, dass Frauen heutzutage bei gleicher Arbeit immer noch durchschnittlich schlechter bezahlt werden als Männer.

Aber was soll man machen? Die Menschheit ist ja schon seit je her auf der Suche nach dem Partner für die Ewigkeit, den - sobald man ihn gefunden hat - nie wieder loslässt. Aber impliziert diese Bindung nicht dann auch, dass man durch das ewig, andauernde Festhalten sich selbst für andere Menschen auf emotionale Weise verschließt? - vielleicht nicht komplett, aber man kann/soll ja eigentlich vollkommen nur für den Einen da sein.

Das ist ja auch gut so!,

könnte da manch einer sagen. Ist dem wirklich so? Oder liegt die Ursache einer solchen Aussage, nicht vielmehr im Bestreben der Menschen nach Eigentum? Die Angst vor dem Verlust der alleinigen Aufmerksamkeit oder anderen egoistischen Motiven rechtfertigt demnach ein Verschließen vor anderen Menschen?
Und woher kommt eigentlich dieses gefühlte Gesetz, dass es nur einen Menschen geben kann, zu dem man sich emotional/körperlich hingezogen fühlt?


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